Na, ich möcht jetzt nicht den Eindruck erwecken als müsst ich unbedingt das letzte Wort haben aber dazu gibts doch noch was zu sagen:
Gestern Abend hab ich mit Hilfe von zwei Achtel äußerst leckerem 'EDLINGER, Gelber Muskateller, 2015 Göttweigerer Berg' ein wenig pingelig über die Kostenrelationen verschiedener Benzinhahnoptionen philosophiert.
Wie ich jetzt heut stocknüchtern meinen Sonntagsspaziergang mit dem Schnuffi absolviert hab ist mir eingefallen daß ich für meine Z 750 B3 im Jahr 1980 als, positiv formuliert, NOS - new old stock, realistisch als Ladenhüter, nigelnagelneu und inclusive einer zweiten Scheibenbremse vorn sowie eines kostenlosen ersten Kundendienstes beim Kawahändler, also nix grau, 5.800 (fünftausendachthundert) Deutschmark bezahlt hab. Was umgerechnet ungefähr den Kosten von 23 Pingel-Benzinhähnen entspricht.
Da scheints mir, auch wenn ich die Teuerung und die Tatsache berücksichtige daß der Pingel sich, was der Twin im Übrigen ja auch macht, 'geschmeidig' bedient, ein kleines monetäres Mißverhältnis zu geben.
Zumindest für einen kleinkarierte Schwaben wie mich.
Und jetzt dazu noch, ganz im Ernst ...
onkelheri hat geschrieben:
... nachsetzen ...
... ich glaub nicht, daß das geht.
benzinhahn.JPG
Weil der Hahn nur dicht ist wenn an der rot eingekreisten Kontaktfläche zwischen dem Gehäuse 2, body, und dem in der Schnittzeichnung namenlosen gelb markierten Kunststoffkegel keine irgendwie gearteten Spalte auftreten es aber in der Serienproduktion immer Toleranzen, hier Winkeltoleranzen, gibt muß sich dazu unter der Kraft der kleinen Axialfeder 9, spring, eines der beiden Teile an die Ist-Geometrie des zweiten anpassen.
Das Alugehäuse passt sich sicher nicht an, Kunststoff allerdings, ideale Voraussetzung für eine solche Geometrieanpassung, kriecht unter Dauerlast. Dh. wenn das Teil neu montiert wird und ein Weilchen liegt ist es trotz der Toleranzen dicht. Eine andere Erklärung fällt mir dazu nicht ein.
Wenn sich jetzt im Lauf von knapp 40 Jahren Betrieb die Weichmacher aus dem Kunststoff verabschieden, der dabei aushärtet und auch noch ein bißchen schrumpft und sich verformt passt auf einmal die Geometrie nicht mehr => Hahn sabbert. Nachsetzen kann jetzt, wie beim Ventileinschleifen, nur heißen die Istgeometrien beider Teile neu aufeinander anzupassen, also nicht, wie ichs zunächst auch versucht hab, die Geometrie einzeln im Gehäuse zB. hinzudremeln. Blöderweis ist das aber ein Vorgang der Reibung, Schleifpaste, zwischengestecktes Schmirgelleinen, ..., zwischen den beiden Teilen erfordert. Und dabei sitzt der Kunststoffkegel im Gehäuse des Hahns anstatt sich zu drehen und dabei Material rauszunehmen aufgrund des erhöhten Reibwerts und damit Überschreitung der Selbsthemmungsgrenze blitzschnell fest .
Aus meiner Sicht wär die einzige Reparaturlösung einen neuen Kunststoffkegel mit den ursprünglichen 'weichen' Eigenschaften anzufertigen. Veilleicht aus PA6, das wär zu prüfen.
Ich schmeiß, was meine Frau nicht amüsiert, selten was weg und bin grundsätzlich immer erst für eine Reparatur. Aber da scheint mir die Option Chinahahn mit zusätzlich '.. weiche Fedel ..' zwischenzeitlich doch günstiger und einfacher. Den zweiten Anschluß hinten hab ich rausgezogen, die Bohrung verschlossen, das Gehäuse seitlich aufgebohrt und den zweiten Anschluss in die neue Bohrung reingedrückt. Jetzt sieht er aus wie das Original.
Der flexible Chinamann hat die Z 750 schon mit in die Verwendung aufgenommen, denselben Hahn hab ich zuletzt vor einer Woche nur für die Verwendungen 'KZ900 KZ1000 A1SS A7SS' gekauft.
benzinhahn ebay.JPG
Martin