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Die Z750 Twin von Papa, fahren oder verkaufen?

Verfasst: Mi 30. Sep 2026, 16:32
von Renate_S48
Hallo zusammen

ich bin Renate, 48. Mein Vater ist im Frühjahr gestorben und hat mir seine Z750 Twin hinterlassen, Baujahr 1977, gepflegt, aber seit drei Jahren nicht bewegt. Ich habe einen Motorradführerschein, bin aber ewig nicht gefahren.

Mein erster Impuls war verkaufen. Dann sass ich in der Garage auf dem Ding und habe gemerkt, dass ich das nicht übers Herz bringe. Jetzt überlege ich, sie wieder fit zu machen und selbst zu fahren.

Was müsste man nach drei Jahren Standzeit alles machen, bevor man losfährt? Vergaser, Bremsen, Reifen ist klar, aber worauf muss ich speziell bei der Twin achten?

Und ganz nebenbei: Seit ich allein lebe, suche ich sowieso nach etwas, das mich wieder unter Leute bringt. Vielleicht ist das Motorrad genau der richtige Anfang.

Danke schon mal
Renate

Re: Die Z750 Twin von Papa, fahren oder verkaufen?

Verfasst: Mi 30. Sep 2026, 17:19
von Rolf Simon "Gaga"
:welcome: Hallo Renate,
zuerst einmal mein Mitgefühl zu deinem verstorbenen Vater, ein Ereignis was sich inzwischen bei immer mehr von uns einstellt :(
Wenn dein Papa auch in unserem Forum aktiv war bzw vielleicht mal auf einem unserer Treffen in Erscheinung getreten ist, müsste schon etwas mehr bekannt sein :rolleyes:
Eine kurze Vorstellung von dir wäre dahingehend sehr gerne gesehen, schon alleine um evtuelle Hilfe auch tätlich zu ermöglichen :)
Daher ist ein Wohnort, wenn auch nur annähernd, hilfreich, um zu sehen wer in deiner Nähe eventuell kompetente Aussagen treffen kann. :P
Dann aber auch gleich meinen Glückwunsch zu deinem Entschluss, die alte Kawa in Ehren zu halten :shy:
Was nach der relativ langen Standzeit zu beachten ist, ist dem Einzelfall und den Bedingungen des Einmottens geschuldet.
Grundsetzlich bin ich jedesmal über die Robustheit und die Anspruchslosigkeit unserer alten Twins begeistert, die selbst nach längeren Standzeiten mit voller Batterie, etwas frischem Sprit und kleinen Motivationshilfen über den Kickstarter recht zuverlässig anspringen. ;)
Jetzt wäre interessant zu wissen, welchen Twin genau du da hast, ich gehe jetzt mal von einer B2 aus, die als ganz normale Strassenversion ja über einen Hauptständer verfügt, auf dem aufgebockt sich einige Starthilfen wie das Durchtreten ohne Zündung und auch erst einmal ohne geöffneten Benzinhahn verabreichen lassen. :headbang: Des Weiteren hilft dieser Benzinhahn mit seiner abschraubbaren Kappe, dem sogenannten Wassersack, zu erkennen ob sich Rostpartikel oder andere Fremdkörper im Tank bzw im Sprit befinden. Ein Umstand, der bei nicht ganz gefülltem Tank über lange Standzeiten schon mal einstellen kann. :idee: Und wenn dieser feine Rost, der sich gebildet haben kann, erstmal die Filter überwunden (Ja ja, die Siebfilter des Benzinhahns sind kein wirkliches Hindernis, lediglich Papierfaltenfilter oder Sintermetallfilter bieten da Schutz) hat und die Vergaser damit verunreinigt hat, ist deutlich mehr Aufwand erforderlich :wallbash:
Ein weiterer Gedanke gilt den Bremsen, die auch lieber bremsen als unbelastet ihrem nächsten Einsatz entgegen zu sehen :P Will heißen, machen sie nach einem Bremsdruckaufbau auch wieder frei, so dass sich die Räder wieder frei drehen können :P
Aber genug des Kopfscheu machens, ein paar kleine Tips und Grundsätzlichkeiten hast du jetzt bekommen, Teilnahme an unserer Gemeinschaft und unsere Hilfe zur Selbsthilfe hast du jetzt an die Hand bekommen, mach etwas daraus :applaus:
Die Beliebtheit dieser alten Twin, die so aussergewöhnlich im Kawasaki-Angebot dieser Zeit war, ist gerade bei unseren weiblichen Teilnehmern nicht zu verachten. :cool:
Also, nur Mut, wir beissen alle nicht :camping:

Re: Die Z750 Twin von Papa, fahren oder verkaufen?

Verfasst: Mi 30. Sep 2026, 18:41
von Metalgäd
Moin Renate!
Auch von meiner Seite aufrichtige Anteilnahme aber auch ein Willkommen hier im Geschehen.
Wie Rolf halte ich es ebenfalls für die richtige Entscheidung, deines Vaters Mopped weiter zu fahren.
Erinnerungspotential, das fahrerische Erleben auf den Twins und die Tatsache dass du schon eine kleine Rarität dein Eigen nennen darfst, sind Gründe, die mir dazu einfallen. Hier wird bei vernünftigem Miteinander gern geholfen, sei es mit Wissen oder auch mit Ersatzteilen.
In diesem Sinne, viel Erfolg bei der Wiederinbetriebnahme.

Gerd(2) :headbang: