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Bremsen...wieder mal
Verfasst: Di 21. Jul 2026, 16:00
von Offroadyogi
Kurze Frage: die Kawa`s wurden ja teilweise mit den Bremssätteln vor dem Gabelholm (= anlaufend) und teilweise nach dem Gabelholm (ablaufend) ausgeliefert. Ist es möglich, die Gabelholme zu tauschen und somit aus einer ablaufenden Bremse eine anlaufende zu machen?
Hintergrund meiner Frage ist der Gedanke, sich teile- mässig ganz anders bedienen zu können, denn diese unterschiedlichen Bremssattel- Montagen gab es ja m.E. sowohl bei den Zwei- als auch bei den Vierzylindern.
Und so manche Einscheiben- Kawa hat ganz untypisch die einzelne Bremse rechts. Von daher müsste das tauschen der Holme und das drehen auf die "modernere" anlaufende Bremse doch möglich sein, oder?
Vielleicht könnt ihr mir auch noch sagen, ob es stimmt dass die anlaufende Bremse auch noch wirkungsvoller sein soll.
Vielen Dank im voraus!
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Di 21. Jul 2026, 22:29
von martin s aus b
Der Scrambler auf Deinem Foto hat die Bremse vorn rechts, ist also nach deiner Definition von 'ablaufend' in 'anlaufend' umgebaut. Auch zu sehen an der Tatsache, daß das Befestigungsauge für das serienmäßige Schutzblech auf einmal vorne statt hinten ist - Umbau geht offensichtlich, allerdings nicht mit einem Serienschutzblech. Und das Ganze geht auch nur bei der Gabel der B-Modelle und der G1, weil bei diesen Gabeln die Radachse symmetrisch in der Standrohrachse und nicht wie bei den späteren Modellen vor dem Standrohr liegt.
Ablaufend und, nicht anlaufend sondern auflaufend, als Kriterium für schlechtere oder bessere Bremswirkung gibts bei Trommelbremsen wo, bei (nur) einem Betätigungsnocken in einer Bremstrommel, immer ein Bremsbelag ab -und der zweite aufläuft. Der auflaufende Backen hat durch die interne Kinematik eine stärkere Bremswirkung wie der ablaufende.
Bei Scheibenbremsen beeinflusst die Lage der Bremssättel vor oder hinter dem Gabelholm die Bremswirkung nicht, hier gibts, was die Bremswirkung angeht, kein ab- oder auflaufend. Man hat die Bremssättel Ende der Siebzger hinter die Holme verlegt weil durch den kleineren Abstand zur Lenkachse, der Drehachse der Gabel, das Massenträgheitsmoment um diese Achse kleiner wird, die Lenkung damit weniger träge ist und kleinere Lenkkräfte benötigt.
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Mi 22. Jul 2026, 10:11
von Offroadyogi
Vielen Dank für die schnelle und schlüssige Antwort!
Das drehen der Standrohre kommt dann eher nicht in Frage.
Auslöser meiner Frage nach vorne / hinten war u.a., dass ich eine Zweischeiben- Bremsanlage eines Z- Modells kaufen könnte- allerdings war diese hinter den Gabelholmen montiert.
Ich muss daher davon ausgehen, dass sie bei mir nicht montierbar sein wird; diese Lösung scheidet daher vermutlich aus, da ja die Bremssattel- Adapter kaum passen dürften.
Mir wäre sowieso lieber, ich könnte bei der leichteren Einscheiben- Lösung bleiben und ich würde eine vernünftige Paarung Bremspumpe/ Bremszylinder/ Scheibe bekommen. Originalität ist mir nicht so wichtig, da meine B eh umgebaut ist.
Trotz Stahlflex ist die VR- Bremse das einzige, was mich an dem Moped wirklich stört.
Ein Tausch von Bremssattel und Bremspumpe wäre meine Idealvorstellung- nur: welche anderen Bremssattel passen?
Ich hab schon Umbauten auf Zephyr Gabel mit BMW F 650 Bremssattel usw. gesehen.
Alles machbar, aber recht aufwendig da es schwierig sein wird, ein Speichenrad einer Zephyr zu bekommen.
Hat jemand eine Idee, mit welcher Paarung Bremspumpe/ Bremssattel/ Scheibe ich eine vernünftige Bremse an der originalen Gabel/ Rad bauen kann?
Ich bin für jede Idee offen....immer her mit den Vorschlägen.
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Mi 22. Jul 2026, 11:53
von bikeorslk
Moin,
auch mich hat die (serienmäßige) VR-Bremse immer genervt - schlapper Druckpunkt und recht magere Performance. Bis ich nach meiner Panne mit dem defekten Bremslichtschalter (
viewtopic.php?p=29325&hilit=bremslichtschalter#p29325) das hier rausgefunden und ausprobiert habe:
"
Ach ja, die Konstruktion des Schalters stellt eigentlich sicher, dass man Luft im System behält, wenn man den Schalter nicht vor Einbau mit viel Geduld mit Bremsflüssigkeit befüllt und dann recht flott einschraubt (Tuch unterlegen!). Im Schalter ist genug Volumen um eine Luftblase dauerhaft gefangen zu halten. Wer also mal Bremsflüssigkeit wechselt und hinterher keinen Druckpunkt mehr bekommt - evtl hat sich der Schalter mit entleert. Ich habe ihn mit einer Spritze befüllt, außen Loctite aufs Gewinde gebracht und dann wie oben beschrieben eingebaut. Jetzt habe ich einen besseren Druckpunkt als vorher."
Seitdem ist die Bremse viel besser. Vielleicht hilfts ja auch bei dir?
Bye
Carsten
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Mi 22. Jul 2026, 18:01
von manne
Offroadyogi hat geschrieben: ↑Mi 22. Jul 2026, 10:11
Ein Tausch von Bremssattel und Bremspumpe wäre meine Idealvorstellung- nur: welche anderen Bremssattel passen?
Ich hab schon Umbauten auf Zephyr Gabel mit BMW F 650 Bremssattel usw. gesehen.
Alles machbar, aber recht aufwendig da es schwierig sein wird, ein Speichenrad einer Zephyr zu bekommen.
Hat jemand eine Idee, mit welcher Paarung Bremspumpe/ Bremssattel/ Scheibe ich eine vernünftige Bremse an der originalen Gabel/ Rad bauen kann?
Ich bin für jede Idee offen....immer her mit den Vorschlägen.
ich hatte ähnliche Überlegungen und habe die Gabel mit den Bremszangen der 750 Zephyr verwendet. Diese kann mit dem Vorderrad der 750 Twin und deren Bremsscheiben verwendet werden. Einen solchen Umbau gibt es auch schon bei den Forumsusern....
so sieht das aktuell bei mir aus... auch hier mit Nabe der 750 Twin.. wenn auch mit anderem Felgenring... allerdings ist die Gabelbreite eine andere - daher sind Distanzringe auf der Achse notwendig..
20260713_090041-aus2.jpg
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Do 23. Jul 2026, 12:04
von Offroadyogi
Wow- das hilft enorm weiter. Vielen Dank!
@ bikeorsik: ich hab tatsächlich den Brems- Schalter tauschen müssen- dann dürfte das die Ursache sein.
@ Manne: dann dürfte das der schnellste und gangbarste Weg sein. Die Gabelbrücke muss dann vermutlich ebenfalls von der Zephyr sein- nehme ich an?
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Do 23. Jul 2026, 13:13
von Werner
Kleiner Tip,
auf dem Bild sind die Bremszangen der Zephyr Modelle C1-C4 verbaut. Erkennt man an den unterschiedlich großen Bremszylinder.
An die Gabel passen auch die Bremszangen der späteren Modelle mit den gleich großen Bremszylinder also D1, ZR7 bis zur Z750 ohne ABS.
Aber auch die SV 650 ohne ABS hat die gleichen Bremszangen.
Vielleicht ganz praktisch wenn man neue Bremszangen benötigt.
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Do 23. Jul 2026, 14:07
von onkelheri
Es gibt eine Hydrauliktabelle aus der man die Übersetzungen der bekannten Bremzylinder ablesen kann. Damit die richtige Handpumpeausgeguckt, dann werden auch vermeintlich alte Zylinder zu waren Jungspunden.
www.flickr.com/photos/22328570@N02/2689 ... 8747912105
gruß heri
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Do 23. Jul 2026, 15:45
von Offroadyogi
Danke an alle.
Gibt es denn auch modernere Bremszangen, die an die Originalgabel einer B mit vorne verbauter Bremszange montiert werden können?
Vermutlich nicht, oder?
Denn wenn Kawa schon während der Baureihe drauf kam, dass es Vorteile hat, die Bremszange wie heute üblich hinter dem Gabelholm zu verbauen dürfte es kaum passende, etwas modernere Bremszangen mit der alten Montage vor dem Gabelholm geben....vermute ich.
Re: Bremsen...wieder mal
Verfasst: Do 23. Jul 2026, 19:34
von manne
Zu deiner Frage bezüglich der Gabel -
JA
- natürlich komplett Brücken Holme Radachse und Bremse.... Holme habe ja auch anderen Durchmesser...