Nä, das wird nie mein Lieblingsmoped...
Verfasst: Fr 16. Sep 2016, 23:44
Moin,
nach fast einem halben Jahr intensiver Arbeit an der Twin war heute mal Fremdschraubing angesagt.
Bei der BMW meiner Frau zickte der Anlasser rum - ein wie man im einschlägigen Forum nachlesen kann, nicht seltener Mangel.
Er spurt nicht richtig aus und macht dann furchtbare (frauenfeindliche) Geräusche, die meiner bH das Fahren ziemlich verleiden konnten, zumal der Anlasser sowieso wohl recht schlapp daherkommt mit der kleinen Batterie, die die R65 bei sich hat. Oft genug hats nur geklackert und nicht gedreht.
Viele meinen ja, BMWs seien deutsche wertige Ingenieursarbeit. Aber was ich heute geflucht habe - mehr als in den letzten fünf Restaurierungsmonaten...
Warum ist z.B. das Moped auf dem Ständer hecklastig, so dass einem bei jeder Aktion garantiert der Lenker an die Birne knallt?
Warum fällt einem die Sitzbank auf die Finger? Wieso kann man die nicht aufklappen wie bei der Twin, sondern nur auf etwa 60°, gehalten von einer blöden Blechfeder?
Und wieso muss ich dann den Tank irgendwie an dieser dusseligen Bank vorbeizirkeln, mit erhöhtem Kratzerrisiko?
Dafür gibt's ne vergoldete Tankbefestigung: zwei gedrehte Nuten versehene Lagerbolzen hinten, mit Gummimuffen und Spezialseegerringen, die man von Hand abziehen kann. Den Kawa- (und übrigens auch Guzzi-) Gummiring finde ich praktischer. Warum wird die Batterie von zwei Gummiriemen gehalten, die auf einer Seite ganz unten eingehängt sind und beim Lösen mit hoher Wahrscheinlichkeit nach gaaanz unten verschwinden?
Warum muss man die Seitendeckel mit einem Werkzeug entfernen?
Wenn der Tank dann heil runter ist, muss man den Motorblock oben öffnen. Warum ist der Anlasser mit einem Zinkdruckgussdeckel abgedeckt, der zwar nur mit zwei Schrauben befestigt wird, aber so stramm draufsitzt, dass man ihn mit Hammer und Holz von schräg unten bearbeiten muss, um ihn überhaupt zu bewegen? (die lästigen Hängetitten* sind natürlich dabei im Weg...)
* Guzzis haben Möpse, BMWs eben...
Aber die absolute Krönung der Wartbarkeit kommt jetzt erst: Der Anlasser ist - eigentlich komfortabel - mit zwei 8x40 Sechskantbolzen am Motorblock angeflanscht.
Haken nur: Meine Werkzeugkiste konnte kein passendes Tool auswirken, mit dem ich diese Schrauben lösen konnte.
Gabelschlüssel viiieeel zu breit
Ringschlüssel zu dick
Rohrschlüssel zu lang
Große Knarre vergiss es
kleine Knarre mit 13er Nuss passt drauf, aber wenn man die Schraube ausdreht, bekommt man das Werkzeug nicht mehr raus!
Unglaublich!!!!
Ich habe dann den Baumarkt konsultiert und gezielt nach kürzeren 13er Nüssen gesucht - Fehlanzeige. So blieb mir nur diese Lösung: Brachial heruntergeschliffener Ringschlüssel, mit dem ich dann im 30°-Rhythmus 10 Windungen ausdrehen konnte, welch Freude.
Wer sich sowas (völlig ohne Not, mit ner Inbusschraube wärs schon erledigt gewesen) einfallen lässt, ist eine Schande fürs Ingenieurwesen.
Der Anlasser war übrigens knochentrocken. Mit Molykote, Langzeitfett, Kupferpaste und Kontaktreiniger habe ich ihm ein zweites Leben ermöglicht ;-)
Nein, die BMW wird nicht meine Freundin.
Freut euch alle, dass ihr so gut wartbare Mopeds habt!
Bye
Carsten
nach fast einem halben Jahr intensiver Arbeit an der Twin war heute mal Fremdschraubing angesagt.
Bei der BMW meiner Frau zickte der Anlasser rum - ein wie man im einschlägigen Forum nachlesen kann, nicht seltener Mangel.
Er spurt nicht richtig aus und macht dann furchtbare (frauenfeindliche) Geräusche, die meiner bH das Fahren ziemlich verleiden konnten, zumal der Anlasser sowieso wohl recht schlapp daherkommt mit der kleinen Batterie, die die R65 bei sich hat. Oft genug hats nur geklackert und nicht gedreht.
Viele meinen ja, BMWs seien deutsche wertige Ingenieursarbeit. Aber was ich heute geflucht habe - mehr als in den letzten fünf Restaurierungsmonaten...
Warum ist z.B. das Moped auf dem Ständer hecklastig, so dass einem bei jeder Aktion garantiert der Lenker an die Birne knallt?
Warum fällt einem die Sitzbank auf die Finger? Wieso kann man die nicht aufklappen wie bei der Twin, sondern nur auf etwa 60°, gehalten von einer blöden Blechfeder?
Und wieso muss ich dann den Tank irgendwie an dieser dusseligen Bank vorbeizirkeln, mit erhöhtem Kratzerrisiko?
Dafür gibt's ne vergoldete Tankbefestigung: zwei gedrehte Nuten versehene Lagerbolzen hinten, mit Gummimuffen und Spezialseegerringen, die man von Hand abziehen kann. Den Kawa- (und übrigens auch Guzzi-) Gummiring finde ich praktischer. Warum wird die Batterie von zwei Gummiriemen gehalten, die auf einer Seite ganz unten eingehängt sind und beim Lösen mit hoher Wahrscheinlichkeit nach gaaanz unten verschwinden?
Warum muss man die Seitendeckel mit einem Werkzeug entfernen?
Wenn der Tank dann heil runter ist, muss man den Motorblock oben öffnen. Warum ist der Anlasser mit einem Zinkdruckgussdeckel abgedeckt, der zwar nur mit zwei Schrauben befestigt wird, aber so stramm draufsitzt, dass man ihn mit Hammer und Holz von schräg unten bearbeiten muss, um ihn überhaupt zu bewegen? (die lästigen Hängetitten* sind natürlich dabei im Weg...)
* Guzzis haben Möpse, BMWs eben...
Aber die absolute Krönung der Wartbarkeit kommt jetzt erst: Der Anlasser ist - eigentlich komfortabel - mit zwei 8x40 Sechskantbolzen am Motorblock angeflanscht.
Haken nur: Meine Werkzeugkiste konnte kein passendes Tool auswirken, mit dem ich diese Schrauben lösen konnte.
Gabelschlüssel viiieeel zu breit
Ringschlüssel zu dick
Rohrschlüssel zu lang
Große Knarre vergiss es
kleine Knarre mit 13er Nuss passt drauf, aber wenn man die Schraube ausdreht, bekommt man das Werkzeug nicht mehr raus!
Unglaublich!!!!
Ich habe dann den Baumarkt konsultiert und gezielt nach kürzeren 13er Nüssen gesucht - Fehlanzeige. So blieb mir nur diese Lösung: Brachial heruntergeschliffener Ringschlüssel, mit dem ich dann im 30°-Rhythmus 10 Windungen ausdrehen konnte, welch Freude.
Wer sich sowas (völlig ohne Not, mit ner Inbusschraube wärs schon erledigt gewesen) einfallen lässt, ist eine Schande fürs Ingenieurwesen.
Der Anlasser war übrigens knochentrocken. Mit Molykote, Langzeitfett, Kupferpaste und Kontaktreiniger habe ich ihm ein zweites Leben ermöglicht ;-)
Nein, die BMW wird nicht meine Freundin.
Freut euch alle, dass ihr so gut wartbare Mopeds habt!
Bye
Carsten