Motor abdichten von außen?

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martin s aus b
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Motor abdichten von außen?

Beitrag von martin s aus b »

Nachdem ich die gerissene Halterung des Hauptständers geschweißt hab steht und fährt die B wieder wunderbar.

Mit einer Ausnahme: Sie hat sich auf das Prädikt 'beste Engländerin aus Japan' besonnen, der Motor sifft still vor sich hin und markiert beim Abstellen ihr Revier mit einem Ölfleck auf dem Boden. Wies ausschaut kommt das Öl vorne aus der Trennfuge zwischen oberer und unterer Gehäusehälfte wo, zu meiner großen Überraschung, auch eine der sechs Schrauben locker war ...

IMG_7212.JPG


... und läuft dann unter Fahrtwindeinfluß links am Motor entlang und tropft im Schalthebelbereich ab.

Bevor ich jetzt, wozu ich nicht die mindeste Lust hab, deshalb den Motor rausnehme die Frage nach anderen Abdichtmöglichkeiten. Hat jemand Erfahrung mit der äußerlichen Anwendung von dauerelastischer Dichtmasse wie zB. Dirko ht?


dirko ht.jpg


Oder sonst eine brauchbare Erfahrung oder Idee?
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bikeorslk
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von bikeorslk »

Moin Martin,

meine stärkste Erinnerung an Dirko ist der bestialische Gestank von diesem Zeug. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es in deinem Fall hilft. So wie ich mich erinnere, ist Dirko ein pastöses Flächendichtmittel, d.h. du müsstest es eben doch auf die freiliegenden Dichtflächen auftragen, damit es wirkt. Dann allerdings ist es wohl prima.

Was tun?
Das erste Problem ist ja nun, dass der kleckernde Dichtspalt mit Öl kontaminiert ist, also nichts am Metall haften wird. Ich fürchte, ohne Zerlegen bekommt man den Spalt auch nicht sauber. Selbst wenn man ein kapillar einziehendes Dichtmittel hätte, würde es wohl nicht haften.

Bleibt eine flächige Abdichtung: Wenn du genau identifiziert hast, wo es rauskommt, und du keinen besonderen Wert auf Ästhetik legst (ich meine mich vage zu erinnern, dass du da eher lässig bist :unschuldig: ), könntest du m.E. ganz gute Chancen haben mit einem Patch aus hochfestem 2K-Reparaturkitt. Das Zeug, das ich hier liegen habe, ist von Boldt Turbocoll aus Wermelskirchen und wird als "Turbo-Kitt-Kleber" im Baumarkt verkauft. Nach Aushärten ist es hellgrau, soll kurzzeitig bis 300°C vertragen und eine gute Beständigkeit gegen Benzin und Öl haben. Kostet irgendwas um 10€ für eine 56g-Wurst.
https://www.obi.de/p/7702731/boldt-2-k- ... okitt-56-g >> sogar nur 8,99 bei OBI
Auf der HP von Boldt gibt es noch diverse andere Kleber - vielleicht ist einer ja noch besser geeignet...

Vielleicht hilfts?

Bye

Carsten
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bikeorslk
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von bikeorslk »

Hm, noch'n Gedanke:

Ich frage mich, wieso der Motor nun auf einmal das Bedürfnis hat, Öl zu spucken. Wenn er das jahrzehntelang nicht gemacht hat (so wie meiner, und viele andere hier sicher auch) dann muss doch irgendetwas Spektakuläreres als einfache Alterung die Ursache sein, oder?

Die lose Schraube ist ja vielleicht ein Hinweis - ohne das Schlimmste heraufbeschwören zu wollen - aber hat eine der Motorschalen da evtl. einen Haarriss?

Hoffe nicht...

Carsten
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martin s aus b
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von martin s aus b »

Hallo Carsten,

na ja, das Gehäuse ist knapp 50 jahre alt und hat über annähernd 300.000 Fahrkilometer jede Menge Belastungs- und Temperaturwechsel bei Nässe auch schroffem Abkühlen gesehen. Mir fehlt da die Erfahrung aber ich könnte mir vorstellen daß der Guß dabei Festigkeit verliert. Das würde dann möglicherweis auch zu im Hundertstellbereich aufklaffenden Dichtspalten führen und könnte auch die lose Schraube erklären. Ein Haarriß :schock: ist zumindest von außen nicht zu erkennen.

Auf die Frage 'verliert Alu-Druckguß unter Temperaturwechseln und Zeiteinfluß Festigkeit?' bestätigt mich die KI: Ja, Aluminium-Druckguss verliert unter dem Einfluss von Temperaturwechseln und fortschreitender Zeit an Festigkeit. Die Ursachen liegen in werkstoffphysikalischen Effekten, die ab bestimmten Temperaturschwellen aktiv werden und das Gefüge des Materials dauerhaft verändern ...

Ok, die sagt mir, wie ich auf meiner Rentnertour anläßlich einer von der KI im Detail beschriebenen, aber in Realität nicht vorhandenen Streckenverbindung in der Türkei feststellen musste, auch gerne das, was ich hören möchte :D


Elring.jpg

Die Elring-Produktbeschreibung bietet Abdichtung ohne Demontage an. Das kann ja nur eine von außen aufgetragene Dichtraupe sein die sicher nicht in den verschraubten annähernd Null-Spalt ein- ... ja was, ... -diffundiert?. Wenn ich aber online in den Elring-Dichtmassenberater geh gibts diese Abdichtoption gar nicht. Laut Dichtmassenberater habe ich einen Spezialfall und benötige individuelle Beratung, habe deshalb meine Frage losgeschickt und bin auf die Antwort gespannt.

Danke für den Tip mit dem Zweikomponentenkleber. Wenn von Elring nichts Vernünftiges rüberkommt frag ich mal meine Verwendung beim Hersteller nach.

Gruß

Martin
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twinshocker
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von twinshocker »

Dirko funktioniert durchaus in so einem Fall.

Die Stelle vorher natürlich gut entfetten und dann eine Raupe auftragen und verschmieren, nicht zu dünn werden lassen es darf ruhig 2mm dick bleiben . Das bleibt dann dauerelastisch, verbindet sich aber gut mit dem Metall speziell wenn beim trocknen von innen kein Öl nachdrückt das dürfte bei der mittleren Gehäusefuge ja der Fall sein.
Die diversen Zweikomponenten " Kaltmetalle " eignen sich auch , ich hab einen Kupplungsdeckel mit dem fahre ich seit Jahren so rum ( nix hält länger als ein Provisorium ;) ) aber an einer Gehäusefuge würde ich Dirko bevorzugen .
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ausreiter
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von ausreiter »

Hallo,
ich bin da eher skeptisch das es von außen dauerhaft dicht bleibt.
Nicht zu vergessen der Innendruck im Motor.

Aber irgeneinen Grund wird das Ölleck ja haben. Ist der Druck gestiegen? Oder nur die lose Schraube die Ursache? hmm....
Grüsse aus Nordhessen,
Peter


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martin s aus b
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von martin s aus b »

"Aus technischer Sicht ist der Einsatz von Dirko HT für einen solchen Abdichtungsversuch durchaus möglich" lautet die Anwort von Elring zusammen mit Hinweisen zum Säubern der Oberfläche und zum Aufbringen der Dichtraupe und bestätigt damit auch twinshockers Erfahrung.

Also hab ich den ganzen Schmodder mit Bremsenreiniger, Acetonentfetter und geschätzt einer halben Rolle Klopapier weggeputzt und die Trennfuge vorne auf ganzer Breite mit Dirko HT zugeschmiert - eine saubere Raupe sieht anders aus aber da musst Du ja erst mal so richtig hinkommen.


20261021_142951.jpg


Ein Innendruck-Problem seh ich eher nicht. Die Motorentlüftung hat bisher funktioniert und wenn da , wieso auch immer, jetzt auf einmal deutlich mehr durchblasen würde müsst eigentlich auch die Entlüftung die ja direkt vor den Filter ins Luftfiltegehäuse geht meinen Luftfilter zuölen. Aber der ist in Ordnung.

Nächstes Jahr weiß ich mehr. Wenns weiter ölt muß halt doch der Motor raus. Mach ich dann den neuen mit 950 ccm rein oder kuck ich wie lang der aufgebohrte - bis jetzt 120.000 km - noch hält?
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manne
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von manne »

Ich vermute einfach ein "Alterungsthema" dieser Bereich im Spritzwasserbereich des Vorderrad ist z.Bsp. bei Pfützendurchfahrt den am Motor grössten Temperaturschock-Erlebnissen ausgesetzt...
Und Martin kann man sicher nicht als reinen Schönwetterfahrer bezeichnen...
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ausreiter
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Re: Motor abdichten von außen?

Beitrag von ausreiter »

Ich meinte nicht das der Innendruck des Motors angestiegen ist, nicht falsch deuten.

Was ich meinte ist das von innen immer ein leichter Druck durch die lecke Dichtung wirkt und so die Verklebung mechanisch beeinflussen kann.

Und wenn der Luftfilter mit Motoröl aus der Entlüftung verschmutzt wird, liegt bestimmt Verschleiß der Kolbenringe vor, durch die dann Dank fehlender
Abdichtung Öl mit in die Entlüftung gerät.
Das glaube ich in deinem Fall aber nicht und war auch nicht von mir als Grund deiner Leckage gedacht ;)

Wie gesagt, lange halten wird das nicht, trotzdem Viel Glück...
Grüsse aus Nordhessen,
Peter


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