Offroad - Twin goes Sixspeed

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martin s aus b
Z750Twin-Experte
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Re: Offroad - Twin goes Sixspeed -Umbauanleitung

Beitrag von martin s aus b »

Weil ich aus der oben beschriebene Aktion noch ein Sechsganggetriebe liegen hab und der sechste Gang bei unverändertem ersten Gang 13% länger übersetzt ist, oder anders, die Drehzahl um 13% reduziert, verbau ich dieses Getriebe in einem Reservemotor, den ich grad überhole.

Dabei hab ich ein paar Dinge anders, einfacher, gemacht wie beim ersten Mal und zähl das hier mal auf, falls jemand ebenfalls umbauen will.

martin s aus b hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 17:14 … Platz zwischen dem hinteren Ausgleichsgewicht und dem Zahnrad des sechsten Ganges …. Da gibts eine 'Überdeckung' von ca 0,5 mm ….

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Wie ichs dieses Mal zusammengesteckt hab gabs an der Engstelle statt Überdeckung 0,3 mm Luft, offensichtlich fallen die geschmiedeten Ausgleichsgewichte unterschiedlich aus. Ich hab mit der Flex an der Engestelle noch 2/10 weggeschliffen, damit sinds 5/10 so daß die Änderung am Gangrad hinfällig war.

martin s aus b hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 17:14 … die Schaltrastierung .. die Rastierung verschoben werden muß und jetzt über dem relativ großen Zahnrad des fünften Ganges sitzt. Und im Gegensatz zu meiner Zeichnung ist hier der Abstand zum Zahnrad an den Rasthochpunkten kleiner Null…

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Bei der Schaltrastierung reichts die Spitzen um 5/10 statt eines ganzen Millimeters zu kappen.



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martin s aus b hat geschrieben: Fr 10. Apr 2020, 17:14 … Bei der Z 750 ist das Kettenritzel mit der Mutter axial verspannt, bei der GPZ nur über ein Sicherungsblech axial fixiert. … Das Ritzel bewegt sich minimal auf der Mitnahmeverzahnung und frisst die langsam aber sicher weg bis Ritzel und Welle im Eimer sind…
In eine Axialbohrung in der Welle hab ich ein Gewinde M10x1.25 geschnitten und verspann mit der Schraube Nummer 4 auf dem Foto das Ritzel über eine Druckscheibe.




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Die vom Fünfgang übernommenen Kugellager haben sich offensichtlich im Gehäuse gedreht. Je ein Stift im Gehäuse mit entsprechender Bohrung Nummer 3 im Lageraußenring verhindert das. Genauso wird das serienmäßig bei den Nadellagern gemacht.



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Bei der Kupplung, Stelle Nummer 2, hab ich beim ersten Aufbau einen kleinen Fehler gemacht. Eine Bohrung in der Welle speist Öl in eine umlaufende Nut (rot). Von der wird über eine Bohrung im Lagerinnenring (blau) das Nadellager mit Öl versorgt. Beim Getriebe der Z 750 liegt die Bohrung und Nut der Welle, wie das sein muß, axial unter der Bohrung im Lagerring. Die Welle des Sechsaganggetriebes ist kürzer, die Nut liegt weiter vorn so daß die Bohrung im Lagerring axial versetzt ist.
Das hab ich nicht in meine Umbauskizze eingezeichnet und deshalb glatt übersehn :schock:

Funktioniert aber, Nadellager sind, was die Ölversorgung angeht, relativ genügsam, seit 19.000 km in der Enduro, vermutlich durch Schleuderöl, trotzdem. Als Abhilfe hab ich jetzt in der Bohrung des Lagerinnenrings einen kleinen Querkanal eingeschliffen der das Öl über die fehlenden 2 mm von der Nut zuräußeren Ölbohrung transportiert.


Und statt wie beim ersten Mal das Kickstarterritzel, Nummer 1, auf seiner Welle mit Scheiben und einem gekürzten Lagerring Richtung Gehäusewand zu verschieben hab ich in den Lagerring eine zweite, um 1,5 mm aus der Mitte verschoben Fixierbohrung gesetzt und verschieb damit den ganzen Wellenzusammenbau um dieses Maß.

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Um die selben 1,5 mm muß auch das Abhebeblech für den Ratschmechanismus 'ratchet gear stopper' verschoben werden. Dazu müssen aus den beiden 6,5 mm Verschraubungsbohrungen durch Auffeilen oder -Schleifen Langlöcher gemacht werden.


Allen Umbauern viel Spaß mit dem Sixspeed-Motor! :P
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ausreiter
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Re: Offroad - Twin goes Sixspeed

Beitrag von ausreiter »

Hallo Martin,

ich finde es immer wieder interssant und spannend zugleich, wenn du in die Tastatur greifst und deine, ich sag mal Verbesserungen an deinen
Twins preisgibst. Da gehört einiges techn. Verständnis dazu das so umzusetzen. Gut das du das dann auch noch so beschreiben kannst.

Jetzt stell dir bloss mal vor, du verbaust den Bigbore Satz noch zusätzlich ein, was das für eine Bodenluftrakete geben würde. Ne Z1- 900
wäre ein Fliegenfranz dagegen :P Sechs Gänge und Drehmoment zu Hauf. Kurz übersetzt hast du schon, das würde furchtbar vorwärts gehn.
Wettbewerbstauglich :cool:

Na ja und wenn nicht, ich finds trotzdem

Einfach toll...
Grüsse aus Nordhessen,
Peter


Twiner bleiben  ;)
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