Hallo Zusammen,
das Seitenständerthema ist noch nicht auf die Seite gelegt aber es gibt ein Provisorium und ich weiß wonach ich suche.
Mich beschäftigt aber seit dem Treffen eine andere Sachen wozu ich ein klare Frage habe.
Einigen von Euch Mitfahrern ist aufgefallen, dass mein Motorrad ein wenig nach verbranntem Öl riecht. Voraussichtlich die Ventilschaftdichtungen, bzw. deren VErschleiß der sich da ankündigt, das war die einhellige Meinung. Doweit so gut.
Einige sagten mir, dass ich mich nicht sorgen soll, es wäre normal und dauert noch ein wenig..... Meine Frage nun in die Runde.
1. Woran merke ich, dass es an der Zeit ist die Dichtungen zu ersetzen. Also prophylaktisch!
2. Wer kennt im süddeutschen Raum jemand der das machen kann. Ralph, Du hast von einer Werkstatt in Tübingen berichtet.
Gruss Schorsch
Ventilschaftdichtungen
- der-Pfaelzer
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- Bruder Lustich
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RE: Ventilschaftdichtungen
Hi Schorsch,
mach mal langsam.
Ein Motorrad lebt. Es säuft und raucht! Mit zunehmenden Alter nimmt meist das eine oder andere Laster zu. Aber man schießt nicht mit Kanonen auf Spatzen.
Stell doch erst mal fest wie der Ölverbrauch auf 1000 km ist.
Ein Ölgeruch kann z. B. auch von verschlissenen Kolbenringen kommen. Genauer gesagt vom Ölabstreifring. Das ist der untere der drei.
Und bei einer Kompressionsmessung dies feststellen? 2013 am Treffen ist mir ein Ölabstreifring 1x glatt durchgebrochen, eine Kompressionsmessung hat lediglich normale und gleiche Druckwerte auf beiden Zylindern angezeigt. Lediglich der Ölverbrauch stieg durch den Bruch in exorbitante Höhen (gut 1l/100km ). Bei einem Verschleiß der Ringe (nicht Bruch) wird dieser zwar auch erhöht sein, aber das ist ein Vorgang der langsam vonstatten geht, d. h. der Ölverbrauch steigt über die Jahre hinweg an.
Ist es Verschleiß im Bereich der Ventile, wird man normalerweise den Zylinderkopfdeckel abnehmen und sich mal den Ventilsitz ansehen.
Durch dort abgelagerte Verbrennungsrückstände lässt sich dann auch auf den tatsächlichen Verschleiß der Ventildichtungen schließen. Bei vorhandenen Verschleiß kann auch von dort Öl in die Brennkammer gelangen. Und das riechen erfahrene Schrauber. Auch wenn der Verschleiß noch in Grenzen ist. Verlass dich auf deren Urteil, es geht nicht von Heute auf Morgen.
Also Zylinderkopf abnehmen ist eine kleine Sache. Muss man auch wenn lediglich das Ventilspiel überprüft und eingestellt wird, also wenn´s "klappert" im Kopf sollte man das spätestens tun. Ventile ausbauen geht auch noch, aber, ich hab gerade im Kompendium nachgesehen,
bisschen aufwendig, aber zusammengefasst einfach gesagt,
es sind ja stehende Ventile, da soll man also blaue Pariser draufmachen (Seite 136) und dann reiben bis alles passt. Zum reintun dann noch etwas Öl dazugeben und dann geht´s wieder. :biggrin:
Genaueres kannst du im Kompendium ab Kap. 3.28 nachlesen, nicht dass ich gerade was verwechselt habe.
Sollte eigentlich ne normale Kawafachwerkstatt auf die Reihe kriegen. Die sollten auch das notwendige Werkzeug dazu haben solche Arbeiten zu erledigen. Über die für die Arbeit notwendigen Einstellwerte und Toleranzen kann man ja, wenn unbekannt, informieren,
sogar noch, da es nicht unbedingt Kawatypisch ist, Pariser (Blau) besorgen. Muss anscheinend blau sein, dass es geht.
Viele Grüße
Gerd
mach mal langsam.
Ein Motorrad lebt. Es säuft und raucht! Mit zunehmenden Alter nimmt meist das eine oder andere Laster zu. Aber man schießt nicht mit Kanonen auf Spatzen.
Stell doch erst mal fest wie der Ölverbrauch auf 1000 km ist.
Ein Ölgeruch kann z. B. auch von verschlissenen Kolbenringen kommen. Genauer gesagt vom Ölabstreifring. Das ist der untere der drei.
Und bei einer Kompressionsmessung dies feststellen? 2013 am Treffen ist mir ein Ölabstreifring 1x glatt durchgebrochen, eine Kompressionsmessung hat lediglich normale und gleiche Druckwerte auf beiden Zylindern angezeigt. Lediglich der Ölverbrauch stieg durch den Bruch in exorbitante Höhen (gut 1l/100km ). Bei einem Verschleiß der Ringe (nicht Bruch) wird dieser zwar auch erhöht sein, aber das ist ein Vorgang der langsam vonstatten geht, d. h. der Ölverbrauch steigt über die Jahre hinweg an.
Ist es Verschleiß im Bereich der Ventile, wird man normalerweise den Zylinderkopfdeckel abnehmen und sich mal den Ventilsitz ansehen.
Durch dort abgelagerte Verbrennungsrückstände lässt sich dann auch auf den tatsächlichen Verschleiß der Ventildichtungen schließen. Bei vorhandenen Verschleiß kann auch von dort Öl in die Brennkammer gelangen. Und das riechen erfahrene Schrauber. Auch wenn der Verschleiß noch in Grenzen ist. Verlass dich auf deren Urteil, es geht nicht von Heute auf Morgen.
Also Zylinderkopf abnehmen ist eine kleine Sache. Muss man auch wenn lediglich das Ventilspiel überprüft und eingestellt wird, also wenn´s "klappert" im Kopf sollte man das spätestens tun. Ventile ausbauen geht auch noch, aber, ich hab gerade im Kompendium nachgesehen,
bisschen aufwendig, aber zusammengefasst einfach gesagt,
es sind ja stehende Ventile, da soll man also blaue Pariser draufmachen (Seite 136) und dann reiben bis alles passt. Zum reintun dann noch etwas Öl dazugeben und dann geht´s wieder. :biggrin:
Genaueres kannst du im Kompendium ab Kap. 3.28 nachlesen, nicht dass ich gerade was verwechselt habe.
Sollte eigentlich ne normale Kawafachwerkstatt auf die Reihe kriegen. Die sollten auch das notwendige Werkzeug dazu haben solche Arbeiten zu erledigen. Über die für die Arbeit notwendigen Einstellwerte und Toleranzen kann man ja, wenn unbekannt, informieren,
sogar noch, da es nicht unbedingt Kawatypisch ist, Pariser (Blau) besorgen. Muss anscheinend blau sein, dass es geht.
Viele Grüße
Gerd
Zuletzt geändert von Bruder Lustich am Di 13. Jun 2017, 01:44, insgesamt 1-mal geändert.
Erst wenn die letzte Ölplattform versenkt, die letzte Tankstelle geschlossen ist, werdet Ihr merken, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann.
Y1 ; englische Ausführung
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- onkelheri
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RE: Ventilschaftdichtungen
"Kopf ab" für Schaftdichtungswechsel?
Glaub ' ich nicht... Gerd,
Deckel ab, Nockenwelle wech, Chim und Stößel raus...
Vorher Kolben in OT und Pressluftdruck in den Zylinder, damit's Ventil nicht reinfällt....
So würde ich's dann tun, wenn man mich lässt ;-)
Gruß Heri
Glaub ' ich nicht... Gerd,
Deckel ab, Nockenwelle wech, Chim und Stößel raus...
Vorher Kolben in OT und Pressluftdruck in den Zylinder, damit's Ventil nicht reinfällt....
So würde ich's dann tun, wenn man mich lässt ;-)
Gruß Heri
Zuletzt geändert von onkelheri am Di 13. Jun 2017, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
Erst wenn der letzte Slick verrottet und die Nordschleife unter Moos verschwunden ist, werdet ihr einsehen, dass man mit Hotelbetten keine Rennen fahren kann!"
"mens sana in carburetor sano"
©by onkelheri
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- der-Pfaelzer
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RE: Ventilschaftdichtungen
Hallo Gerd,
das war informativ Danke. Ich wollte ja auch nur wissen auf welches Geräusch oder Zeichen ich achten muss. Erst mal hatte ich nichts vor,
außer fahren und den Sommer genießen. Und Heri, wenn es so weit ist vergesse ich Dich nicht.
Schorsch
das war informativ Danke. Ich wollte ja auch nur wissen auf welches Geräusch oder Zeichen ich achten muss. Erst mal hatte ich nichts vor,
außer fahren und den Sommer genießen. Und Heri, wenn es so weit ist vergesse ich Dich nicht.
Schorsch
- Michael
- Z750Twin-Experte
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- Registriert: Fr 8. Feb 2008, 22:25
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RE: Ventilschaftdichtungen
Hi Schorsch,
verschlissene Ventilschaftdichtungen erkennt man an der deutlichen Ölfahne bei längerem Schiebebetrieb.
Dann raucht es für Hinterherfahrende deutlich aus dem Auspuff.
Rauchen beim Gasgeben deutet auf verschlissene Kolben, -ringe und Zylinder hin.
Die von Heri beschriebene Methode mit der Druckluft im Zylinder ist eine häufig angewendete Methode, wenn ausschließlich die Ventilschaftdichtungen gewechselt werden sollen.
Das erspart die Demontage des Zylinderkopfs und der Ventile.
Schaftdichtungen aus Viton sind zu empfehlen, z.B. solche:
http://www.ebay.de/itm/KAWASAKI-KZ750B- ... 1438.l2649
1 Liter Öl auf 1.000km ist die übliche "Verschleißgrenze", ich bin einen völlig verschlissenen Twinmotor aber auch noch mit 1 Liter Öl auf 400 km gefahren.
Nicht schön, raucht und qualmt bei jeder Gelegenheit, fährt aber immer noch, auch wenn man dann als Letzter in einer Gruppe fahren muss ;-).
Ansonsten würde ich die Ventilschaftdichtungen ignorieren und wenn denn mal die Zylinderkopfdichtung fällig ist, den Kopf komplett überholen.
Kanäle glätten (optional / Tuning), Ventile einschleifen, evtl. neue Ventile (speziell die Auslassventile) und natürlich die Kopfdichtung erneuern.
Ach ja, ungewöhnliche Motorgeräusche sind bei verschlissenen Ventilschaftdichtungen nicht festzustellen bzw. treten garnicht erst auf.
LG, Michael
verschlissene Ventilschaftdichtungen erkennt man an der deutlichen Ölfahne bei längerem Schiebebetrieb.
Dann raucht es für Hinterherfahrende deutlich aus dem Auspuff.
Rauchen beim Gasgeben deutet auf verschlissene Kolben, -ringe und Zylinder hin.
Die von Heri beschriebene Methode mit der Druckluft im Zylinder ist eine häufig angewendete Methode, wenn ausschließlich die Ventilschaftdichtungen gewechselt werden sollen.
Das erspart die Demontage des Zylinderkopfs und der Ventile.
Schaftdichtungen aus Viton sind zu empfehlen, z.B. solche:
http://www.ebay.de/itm/KAWASAKI-KZ750B- ... 1438.l2649
1 Liter Öl auf 1.000km ist die übliche "Verschleißgrenze", ich bin einen völlig verschlissenen Twinmotor aber auch noch mit 1 Liter Öl auf 400 km gefahren.
Nicht schön, raucht und qualmt bei jeder Gelegenheit, fährt aber immer noch, auch wenn man dann als Letzter in einer Gruppe fahren muss ;-).
Ansonsten würde ich die Ventilschaftdichtungen ignorieren und wenn denn mal die Zylinderkopfdichtung fällig ist, den Kopf komplett überholen.
Kanäle glätten (optional / Tuning), Ventile einschleifen, evtl. neue Ventile (speziell die Auslassventile) und natürlich die Kopfdichtung erneuern.
Ach ja, ungewöhnliche Motorgeräusche sind bei verschlissenen Ventilschaftdichtungen nicht festzustellen bzw. treten garnicht erst auf.
LG, Michael
Denkt dran:
Die Drehrichtung des Motors an der Zündungsseite ist gegen(!) den Uhrzeigersinn.
Die Steuerkette nur bei montiertem Ventildeckel spannen, sonst droht ein kapitaler Motorschaden!
Allzeit Gute Fahrt!
Die Drehrichtung des Motors an der Zündungsseite ist gegen(!) den Uhrzeigersinn.
Die Steuerkette nur bei montiertem Ventildeckel spannen, sonst droht ein kapitaler Motorschaden!
Allzeit Gute Fahrt!