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Anlasserfreilauf english
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Der Anlasserfreilauf ist eines der anfälligsten Teile der Twin-Motoren.
Bei der letzten Instandsetzung habe ich den Fotoapparat zur Hand genommen und dokumentiert :-)

Der Freilauf befindet sich hinter dem Lichtmaschinendeckel und hinter dem Polrad. Linke Fahrzeugseite.
Am saubersten ist es, wenn man das Motoröl abläßt, da sich hinter dem Lima-Deckel Motoröl befindet.
Damit man Zugang erhält müssen die linke Fussraste, Schalthebel, Ritzelabdeckung und natürlich der Lichtmaschinendeckel entfernt werden.

Hier ist die kleine Kette zwischen dem Anlassermotor (aussenliegend) und dem innen nur aufgesteckten Anlasserritzel sowie dem größen Ritzel hinter dem Polrad gut zu sehen. ACHTUNG: Nie den Anlassermotor von aussen abziehen, das kleine Ritzel fällt sonst in den Motor und man muß den Lichtmaschinendeckel doch demontieren! Die Besfestigungsschraube des Polrads hat ein Linksgewinde (Markierung: LH) und ist hier bereits entfernt. Auf dem Polrad ist die Abdrückschraube montiert, mit der das Polrad von der Kurbelwelle abgedrückt wird.

Ausgebaute Teile des Anlasserfreilaufs, ganz rechts die Abdrückschraube.

Achtet unbedingt auf die Montagereihenfolge der Anlaufscheibe und des Freilaufritzels. In diesem Falle wurde die Reihenfolge vertauscht, was zur Nichtfunktion des Freilaufs und einem Schaden am Polrad führte (siehe unten)

Das Freilaufritzel kostet als Neuteil ein Vermögen (über 300,- Euro) und ist nach meiner Erfahrung zusammen mit den Rollen und Federn die Ursache der Fehlfunktion. Die Oberfläche auf der die Rollen andrücken sollen ist entweder leicht verformt (Wellenbildung) oder wie hier aufgeraut. Die Oberfläche soll aber möglichst eben und rund sein.

Vor der Bearbeitung.
Zum Klemmen im Schraubstock Holz oder weiche Alubacken verwenden!


Vor der Bearbeitung.

Einen langen schmalen Streifen Schleifleinen mit 240er Körnung verwenden, um die Oberfläche eben zu schleifen. Unbedingt darauf achten, das die Oberfäche nicht "schief" oder "ballig" geschliffen wird.

Hier der Link zum Minivideo im AVI-Format (1,5 MB)

Lässt sich z.B. mit Windows MediaPlayer abspielen


Nach der Bearbeitung. Eine deutlich glattere Oberfläche wurde erzielt.
Das Ergebnis ist in diesem Falle nicht perfekt, der Freilauf aber funktionsbereit :-)

Nach der Bearbeitung

Hier die defekten Teile, die üblicherweise als Ersatzteile verfügbaren Teile des Anlasserfreilaufs.

Eine der drei Rollen ist stark deformiert, abgenutzt (hervorgerufen durch Montagefehler)
Üblicherweise sind alle drei Rollen gleichmäßig verschlissen.

Kopf einer Druckhülse ist ebenfalls deformiert.

Alle drei Federn in erbärmlichen Zustand. Bruchstücke der Federn haben sich bis unter den Blechmantel des Polrades gearbeitet. Hier hervorgerufen durch Montagefehler, nicht durch normalen Verschleiß!

So sieht ein "komplettes" Reparaturkit aus dem Zubehörhandel aus.
Die Qualität scheint mir auf Originalniveau zu liegen.

Die hier aufgelisteten Motorradtypen verwenden den gleichen Anlasserfreilaufmechanismus.
Dazu zählen auch Klassiker wie die "Güllepumpe" (CX500), die "Bol'd Or", die GS-Zweiventiler von Suzuki und sogar ein paar "neuere" Kawas bis hin zur 6-Zylinder Kawa Z1300 :-)

Darstellung der Einbaulage und der Einbaurichtung von Feder, Hülse und Rolle.

Seitlicher Einblick in den montierten Zustand.

Die Anlaufscheibe ist gewölbt!

Der große, äußere Rand zeigt zum Polrad, der kleinere innere Rand zeigt zum Freilaufritzel.
Bild zeigt Scheibe bereits im Polrad liegend

Befestigungsschraube des Polrads hat immer noch ein Linksgewinde!

Fertig zum Einbau.
Kröpfung des kleinen Ritzels beachten. Die Kette muss im eingebauten Zustand gerade laufen.

Hier müssen die Teile wieder drauf.
Freilaufritzel läuft direkt gegen das Motorgehäuse, dann Scheibe richtig rum und anschließend das Polrad.
Kette und kleines Ritzel lassen sich auch anschließend auflegen.

Dichtflächen gereinigt, neue Dichtung verwendet, den Deckel aufgesetzt, hier mit Edelstahl inbusschrauben verschraubt. Kabel der Lima wieder anstecken.

Im Deckel der Antriebsritzelabdeckung befindet sich der Betätigungsmechanismus der Kupplung (außer Bj. 84). Den kann man auch gleich reinigen und mit neuem Fett wieder zusammenbauen.
Die zugehörige technische Zeichung findet ihr hier
Viel Erfolg !

 

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Stand: 26. Dezember 2008
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